Gestern wurde die POSTGARAGE am CAMPUS V offiziell eröffnet. Die POSTGARAGE wird zum neuen Innovationshub und wird künftig Start-ups, Initiativen, Unternehmenspartnern und Institutionen beheimaten, die beim Thema Digitalisierung die Zusammenarbeit suchen oder sich digital weiterentwickeln möchten. Auch die Koordinationsstelle Digitalisierung wird vor Ort verankert sein.

Im Interview in der VN Sonderbeilage zur Eröffnung der POSTGARAGE sprechen Andreas Salcher, Leiter Koordinationsstelle v-digital, und Jimmy Heinzl, Geschäftsführer WISTO, über v-digital und die Bedeutung für den Standort. 

Digitalisierung ist in aller Munde. Wo steht Vorarlberg in dieser Hinsicht – kann das Land mit dem rasanten digitalen Wandel mithalten?

Salcher: Absolut. Digitale und zukunftsfähige Vorzeigebetriebe findet man im ganzen Land. Allerdings verändert Digitalisierung die Gesellschaft und die Arbeitswelt maßgeblich – eine erfolgreiche Wirtschaftsregion muss sich auf diese Veränderungen einstellen und die digitalen Potenziale für sich nutzen. Vorarlberg hat hierfür optimale Voraussetzungen und unternimmt sehr viel, um beim Thema Digitalisierung vorne dabei zu sein.  

Heinzl: Offenheit gegenüber Neuem hat Vorarlberg schon immer geprägt. Die Menschen am Standort sind interessiert, innovativ und anpassungsfähig. Dasselbe gilt natürlich auch für Unternehmen. Das ist auch der Grund, warum die Region bereits in der Vergangenheit den Strukturwandel von einem Textilland hin zu einer branchenreichen und wirtschaftsstarken Hightech-Region mit Bravour bewältigte. Ich bin überzeugt, dass Vorarlberg auch diese Transformation erfolgreich meistern wird.

Sind wir im Rückstand mit der Umsetzung der Digitalisierung?

Salcher: Das sehe ich nicht so. Schon jetzt gibt es eine Vielzahl an digitalen Initiativen und motivierten Menschen im Land, die daran arbeiten, dass Digitalisierung bei Privatpersonen und Unternehmen ankommt. Allerdings gibt es auch einen „digitalen Gap“ zwischen KMU und Industriebetrieben. Hier müssen wir sicher gegensteuern.

Heinzl: Nicht, wenn ich sehe, wie viel die heimischen Industriebetriebe in Forschung und Entwicklung investieren, wie sie Digitalisierung für die Optimierung von Abläufen und Prozessen nutzen und wie Produkte zunehmend digitaler werden. Ungefähr 70% der Forschungsprojekte haben heute einen direkten oder indirekten Bezug zur Digitalisierung. Noch stärkere Investitionen in Forschung und Entwicklung zur Nutzung digitaler Potentiale sind natürlich sinnvoll – das wurde aber bereits erkannt.

Was genau bedeutet das?

Salcher: Private Initiativen wie die Plattform V und die Schlosserei, oder auch die Digital Factory der FH Vorarlberg tragen maßgeblich dazu bei, dass heimische Unternehmen sich mit zentralen Aspekten der Digitalisierung auseinandersetzen. Solche Initiativen gilt es zu fördern und Services für KMU auszubauen.

Heinzl: Auch die öffentliche Hand leistet einen wichtigen Beitrag. Neben der direkten Unterstützung zahlreicher Digitalisierungsinitiativen hat das Land Vorarlberg eine eigene Koordinationsstelle eingerichtet, um die „Digitale Agenda Vorarlberg“ umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Was macht die Koordinationsstelle?

Salcher: Die Koordinationsstelle „v-digital“ hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation im Land aktiv mitzugestalten. Die Aufgaben dazu reichen von der Koordination und Weiterentwicklung der „Digitalen Agenda“ über die Umsetzung von Projekten bis hin zur Forcierung von Zusammenarbeit der digitalen Player. Durch ein gezieltes Serviceangebot unter dem Titel „Digital Fitness“ möchten wir Unternehmen beim Herangehen an die Digitalisierung bestmöglich unterstützen.

Heinzl: Ein wichtiges Thema der Koordinationsstelle ist die Unterstützung der digitalen Transformation in der Wirtschaft – sprich die Nutzung digitaler Technologien für erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Die gerade gestartete VN-Serie, die digitale Best Practice-Beispiele am Standort aufzeigt, unterstreicht die Wichtigkeit dieser Thematik für v-digital.

Inwieweit spielen Netzwerke und Kooperationen in Zusammenhang mit v-digital eine Rolle?

Heinzl: Gerade für eine kleine Region sind Netzwerke und Kooperationen von essenzieller Bedeutung – sowohl regional als auch überregional. Digitalisierung ist ein Thema, das nicht an den Grenzen Halt macht und oftmals auch nur im überregionalen Verbund bewältigt werden kann. Deshalb sind wir auch in der Bodenseeregion bestens vernetzt. In einem grenzüberschreitenden Projekt in der Vier-Länder-Region werden beispielsweise vorhandene Expertise gebündelt, aufeinander abgestimmt und KMU zur Verfügung gestellt.

Salcher: Ein weiteres Beispiel für überregionale Kooperationen ist das Programm Digital Innovation Hub West. Das ist eine Kooperation von Unternehmen und Institutionen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg, die in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und KMU spezifische Weiterbildungsprogramme, Informationsveranstaltungen und Basispakete für KMU entwickeln.

Welche Bedeutung kommt hierbei der POSTGARAGE zu?

Salcher: Auf regionaler Ebene wird die POSTGARAGE neuer Dreh- und Angelpunkt der heimischen Startup- und Digitalszene, an dem sich auch Startups und Unternehmen ansiedeln werden, die beim Thema Digitalisierung die Zusammenarbeit suchen oder sich digital weiterentwickeln möchten. Die Koordinationsstelle v-digital wird ebenfalls in der POSTGARAGE verortet sein.

Heinzl: Die POSTGARAGE am CAMPUS V soll zu einem Innovations-Hub am Standort Vorarlberg werden. Auch v-digital wird dazu einen Beitrag leisten: Workshops, Events und meetups werden beispielsweise in der POSTGARAGE stattfinden. Der CAMPUS V ist dafür der ideale Standort – und dazu auch eines der Leitprojekte der Marke Vorarlberg.

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©PRISMA, WISTO

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